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Was Matratzenbremsen mit Dart- Spielen zu tun hat

Was bei Trunkenheit zu tun ist

Meine Freundin, ich nenne sie mal Musterfrau, erzählte mir neulich von ihrem zuverlässigen Trick bei Trunkenheit. Wenn sie also nach etwas viel Wein abends im Bett liegt und sich alles dreht, bremst sie die Matratze einfach, indem sie ein Bein aus dem Bett auf den Boden stellt. Ich kenne Musterfrau jetzt schon ein paar Jahre und ich kann fast nicht glauben, dass sie mir diesen Trick erst jetzt verrät. Aber besser spät als nie. Ich konnte ihn dann tatsächlich relativ zeitnah ausprobieren. Und das war so:

Eine Idee wird Wirklichkeit

Vor vielen Monaten hatte ich die lustige Idee, mal an einem Dart- Turnier teilzunehmen. Warum weiß ich selber nicht. Ich bin weder besonders gut darin, noch habe ich besonders viel Freude daran. Letztens war es dann soweit. Mit zwei zauberhaften Freundinnen stürzte ich mich in das Abenteuer; in eine männerdominierte Dart- Welt mit Asbach- Cola, Schlagermusik und Türmchen- Trinken.

Hütchen

Schon als wir das Etablissement betraten, war mir schlagartig klar, dass dieser Abend nicht gut endet. Gut schon, aber nachhaltig ungut. Wir wurden sofort angesprochen, ob wir die Damen seien, die sich zum Dart- Turnier angemeldet hätten. Ja, hatten wir. Auch das noch. Was danach folgte war ein buntes Potpourri aus Asbach- Cola, Wodka- Maracuja, Würfel- Spielen, Dart- Pfeilen werfen und tanzen. Im Grunde war jedes gesprochene Wort inhaltlos, aber für uns und die anderen Anwesenden machte es vollkommen Sinn. Wir redeten über Stadt- und Landleben, darüber, was wir tagsüber so machen, wie man überhaupt in Offenbach leben kann und ob man heutzutage noch Hütchen trinkt. An diesem Abend schien alles möglich. Alles.

Früher versus Heute

Ich fühlte mich zurückversetzt, zurückversetzt in meine Jugend auf dem Land. An diesem Abend wurde nämlich dieselbe Art von Musik gespielt und die dieselbe Art Getränke getrunken. Man lachte über denselben Witz und es herrschte die dörfliche Herzlichkeit und ein spontaner Zusammenhalt, den ich so nicht mehr kannte. Ja, ich kenne Zugehörigkeitsgefühle, klar, und ich fühle mich oft herzlich und ehrlich empfangen. Aber hier wurde einfach überhaupt gar nicht bewertet. Es war nicht wichtig, was jemand anhat, ob die Haare liegen, ob man viel Geld hat oder wenig. Für alle ging es wahrscheinlich darum, den Abend fröhlich ausklingen zu lassen und das Wochenende mit offenen Armen zu empfangen. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht noch der Spaß am Dart.

Glück im Spiel und in der Liebe

Mein persönlicher Höhepunkt war der furiose Gewinn von 20 Euro am Spielautomaten. Damit konnte ich meinen Deckel bezahlen. Irgendeins der unzähligen Trinkspiele hatte ich nämlich verloren und musste eine kleine Runde ausgeben. Glaube ich. Es war Amaretto- Apfelsaft.

Von diesem Abend existieren keine Bilder, extra nicht. Es ist so, als wäre das alles nicht geschehen. Es ist aber alles wahr.

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