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Krank sein, gutes Gewissen und die Erkenntnis, dass Pickel nicht über Nacht verschwinden

Ich bin unsicher. Unsicher darüber, ob wir nicht alle einem großen Irrtum aufliegen. Theoretisch weiß ich über den Erholungseffekt in der Nacht, aber ob dieser Effekt tatsächlich eintritt- ich bin mir unsicher. Als Beweis wollte ich eigentlich ein Bild von mir direkt nach dem Aufstehen an diesen Aufsatz eloquenter deutscher Sprache anhängen, aber es war zu schlimm. Dazu muss man sagen, dass dieses, nun volljährige, Jahrtausend mir bisher nix als Scherereien gebracht hat.

Mein neues Jahr begann, wie kann es anders sein: Im Bett. Nicht sexy und voller Inbrunst in Spitzen- Unterwäsche, sondern ganz anders. Keine Renaissance der Liebe mit dem wundervollen Lebensgefährten. Aber Unterwäsche hatte ich an, ja. Silvester ging noch. Der Lebensgefährte hat mich aber pünktlich zum Arbeitsstart im neuen Jahr mit der unattraktivsten Krankheit angesteckt, die man sich nur vorstellen kann. Es hat mit Verdauung zu tun. Ab dem 2. Januar rannten wir also abwechselnd vom Bad zum Sofa zum Bett und lagen oder saßen nur so rum. Es war mittelschön. Aber wir hatten wenigstens uns und haben alle Staffeln „Californication“ gesehen. Netflix soll ja Paare bekanntlich enger zusammen bringen… Ich bin auch da unsicher. Danach folgte eine Odysee von Schulterbeschwerden, eine erneute Magenverstimmung, grippaler Infekt, bla bla bla. Und jetzt ist schon Null zwei zwanzigachtzehn fast vorbei und ich habe die größte Hautunreinheit, die die Menschheit vermutlich je gesehen hat und zwar konzentriert am linken Nasenflügel. Sie schränkt schon mein Sehvermögen ein. Und jetzt kommt es: Das Ding ist einfach morgens nicht weg oder einfach nur besser. Morgens sehe ich genauso aus, wie abends, wenn nicht noch schlimmer. Damit diese Sache mit dem Pickel etwas Fahrt aufnimmt und er weiß, dass er unter Beobachtung steht und ich vorhabe ihn zu heilen, habe ich ihn liebevoll Richard genannt. Richard, go away.

Es ist ja so, dass das ganze rumliegen und schlafen und halbschlafen auch sein gutes hat. Man hat Zeit über dies und das nachzudenken. Ich persönlich lehne gute Vorsätze grundsätzlich allumfänglich ab, aber ich habe mir etwas vorgenommen, und zwar: Ich möchte etwas mehr für die Umwelt tun, weil sie auch ganz viel für mich tut und ich möchte gerne diesen wunderbaren Planeten mit all seinen Auswüchsen bewahren. Das kann ich natürlich nicht alleine. Mach halt mit.

 

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Als ich mit Grippe flachlag, habe ich im Supermarkt meines Vertrauens gefrorenen Früchte in einer Plastikverpackung gekauft und mich unendlich geschämt. Als ich die Packung dann zuhause aufmachte, ich wollte einen Smoothie zaubern, war die Scham noch grösser und ich traue mich kaum, es wieder zu geben. In dem Plastikbeutel waren noch mehr kleinere Plastikbeutel, in denen die Früchte vor portioniert waren. Was ist nur mit uns los? Wie sollen wir das bitte nachfolgenden Generationen erklären?

Vielleicht macht einfach jeder das, was er bequem kann und noch ein bisschen mehr? Zum Beispiel keine To-Go- Kaffees aus diesen unsäglichen Pappbechern trinken. Der dollste Kaffee schmeckt doch daraus einfach nur scheisse und die Becher hinterlassen einen riesigen Müllberg.

Zuletzt noch ein Zitat, um hier ein wenig Kultur zu integrieren:

„Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“- Ovid…. Vielleicht geht bei gutem Gewissen mein Pickel Richard auch schneller weg.

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